Oruro

Oruro ist ein mystischer und mythischer Ort. Seine Bewohner pflegen noch Traditionen und Riten an heiligen andinen Stätten wie den Steinformationen El Cóndor, La Víbora, El Sapo, El Lagarto und Las Hormigas. In diese andinen Zeremonien haben auch die von den Spaniern importierten christlichen Glaubensinhalte Eingang gefunden. In Oruro finden wir indigene Volksstämme, die auf dem amerikanischen Kontinent große Bedeutung haben, wie die ethnischen Gruppen der Urus, der Uru-Muratos und der Uru-Chipayas.

Trotz des die Region prägenden Ödlands hat die Natur Oruro mit reichhaltigen Ressourcen gesegnet. Neben den ausgedehnten Mineralvorkommen sind auch andere Naturgeschenke wie die Theramalquellen von Capachos (10 km von Oruro entfernt), Obrajes (20 km) und Pazña (7 km) zu nennen. Darüber hinaus gibt es in Oruro aktive Vulkane und Seeökosysteme wie den Poopó-See, der unzähligen Flamingos und anderen Seevögeln Heimat bietet. Und es gibt Wüsten, in denen der Besucher häufig den Täuschungen einer Fata Morgana zum Opfer fällt, sowie ausgedehnte Salzlagunen, deren bedeutendste diejenige von Coipasa ist. Ein anderes interessantes, 20 km von der Ortschaft Turco entfernt liegendes Naturphänomen ist Pumiri mit seinen sich über ein Gebiet von 5 km erstreckenden, beeindruckenden und gewaltigen Steinformationen.

Besondere Erwähnung verdient schließlich auch die Salzlagune Salinas de Garcia Mendoza - Anziehungspunkte also, die Oruro zu einem der interessantesten Zielgebiete für den Abenteuertourismus machen.

Der Karneval von Oruro

Der Karneval von Oruro, ein Fest mit heidnisch-religiösem Charakter, das seine Ursprünge in der Zeit der Kolonisierung hat, ist zum unantastbaren Kulturerbe der Menschheit erklärt worden. So soll der Sage nach einst ein Räuber namens "Chiru-Chiru" in einem verlassenen Stollen des Berges "Pie de Gallo" gelebt haben und bei einem seiner nächtlichen Streifzüge von einem Arbeiter tödlich verletzt worden war, der ihn dabei ertappt hatte, als er dessen einziges Gut, das dieser besaß und das für ihn von großem Wert war, rauben wollte. In seiner Sterbestunde wurde der Räuber von einer wohltätigen Jungfrau des Ortes zu seiner Höhle geführt. Am folgenden Tag war die Überraschung der Bergarbeiter der Umgebung groß, als sie die Leiche des Räubers fanden und bei dieser das wundervolle Bild der Virgen de la Candelaria, die am Kopfende des armseligen Betts des Räubers wachte. Einige Zeit später erinnerten sich die Bergleute daran, dass der Stollen in dem Berg "Pie de Gallo" den Namen "Stollen der Jungfrau" (Socavón de la Virgen) trug. In den darauffolgenden Jahren sollte das Fest der Virgen de la Candelaria, deren Jahrestag der 2. Februar ist, mit großem Pomp gefeiert werden. Heute jedoch wird der Samstag als Karneval gefeiert. Um die Virgen und Patronin der Bergleute zu ehren, verkleiden diese sich als Teufel, um dem Fest somit Glanz und Farbenpracht zu verleihen.

Sehenswürdigkeiten in der Stadt Oruro

Das Stollenheiligtum (Santuario del Socavón)

Eine Besonderheit im religiösen Leben Oruros ist ein Heiligtum, das von den Bewohnern des Departamento oft besucht und als Betstätte genutzt wird.

Der "Santuario del Socavón" ist ein religiöser Tempel, in dem die Virgen de la Candelaria, die Patronin der Bergarbeiter, verehrt wird, die vor Ort auch den Namen Virgen del Socavón trägt. Es handelt sich um ein außergewöhnliches, keine Mestizin darstellendes und auf Luftziegel gemaltes Bild. Diese Luftziegel waren vermutlich Teil einer Innenmauer zwischen dem ausgehenden 15. und dem beginnenden 16. Jahrhundert zu datieren ist. Zu Ehren dieses Bildes wird der glücksbringende, folkloristisch geprägte Beginn des Karnevals gefeiert. Das Heiligtum selbst wird derzeit von den Mönchen des Ordens der Diener Mariens (Siervos de María) verwaltet.
 

Sehenswürdigkeiten im Departement Oruro

Chipayas

In dem 188 Kilometer von Oruro entfernt gelegenen Ort Chipaya haben sich Spuren der Chipaya-Kultur, der ältesten im Land überlebenden Kulturen, erhalten. Hierzu zählen das Agrarsystem, das Hausbauwesen sowie die Organisationsform des gesellschaftlichen Lebens. Darüber hinaus gibt es in dem Ort zahlreiche Kirchen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert.

Der Poopo-See (Das Quillacas-Heiligtum)

In der Region des Poopó-Sees sind das Heiligtum von Quillacas sowie die Siedlungen von Sepulturas, Sora-Sora, Poopó, Pazña, Challapata und Machacamarca besuchenswert, die jeweils Besonderheiten wie Kirchen, Thermalbäder, den Uru Uru-See sowie den Poopó-See selbst bieten. Hier finden sich zudem Landschaften von unvergleichlicher Schönheit mit Sandbänken sowie einer beeindruckenden Wasserpflanzenwelt und verschiedenen andinen Vogelarten.

Der Nationalpark Sajama

Im Nationalpark Sajama befinden sich der Queñuas-Wald und der Vulkan Sajama mit einer Höhe von 6542 Metern. Sein Gipfel, der in prähispanischer Zeit als Heiligtum galt und in dessen Umgebung sich eine Reihe archäologischer Stätten befinden, ist der zweithöchste des Landes.

Die Chullpas am Rio Lauca auf dem Carangas-Territorium

Im Gebiet des Río Lauca findet sich eine bedeutende Ansammlung von Chullpas, d.h. präkolumbinischer Grabstätten. Diese sind mit geometrischen, aus bunten Luftziegeln geformten Figuren verziert. Beidseitig des Flusses liegen die Macaya- und die Sabacaya-Lagune, die den Río Lauca symmetrisch umschließen und so das Bild zweier großer Augen innerhalb eines anthropomorphen Gebildes abgeben.

Von Norden nach Süden gesehen ist der erste Komplex derjenige des Macaya. Der aus vier Chullpas bestehende Komplex erstreckt sich am Hang des Berges mit Blick in Richtung Osten auf die Lagune. Jiska Molle Pucara mit fünf Grabstätten schließt sich an. Dem Flusslauf des Río Lauca in Richtung Süden folgend trifft man auf einen dritten Komplex, eine Wila Kollu genannte Stätte mit 10 Chullpas, und schließlich auf Jallu-Chullpa mit dem mit Kreisen verzierten Grabturm. Im Südosten der Sacabaya-Lagune schließlich gibt es noch zwei weitere Chullperíos (Chullpa-Ansammlungen) einschließlich ihrer Türme. Insgesamt sind hier 54 Chullpas anzutreffen, von denen 36 mit farbigen Mustern verziert sind.

Botschaft von Bolivien